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November 2016

WITec eröffnet neue Niederlassung in China

WITec Niederlassung in Peking, untergebracht im German Centre des Landmark Towers im Chaoyang Central Business District.

WITec, Hersteller von nano-analytischen Mikroskop-Systemen, eröffnete unlängst eine neue Niederlassung in Peking. Die Zweigstelle in der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft ermöglicht es WITec, seine Marktpräsenz zu erweitern und den Bedürfnissen der wachsenden Kundenzahl besser zu entsprechen. Die Niederlassung wird sich vor allem um den Vertrieb sowie den technischen Kundenservice in China kümmern. Außerdem wird durch Produktdemonstrationen und Probenmessungen chinesischen Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, sich selbst von den Vorteilen den Raman-, AFM-, SNOM- und korrelativen Mikroskopie-Lösungen von WITec zu überzeugen.

WITec RegionalDirector China DrDingShuo

Dr. Ding Shuo, neu eingesetzte Regional-Direktorin für WITec’s chinesischen Markt.

„Unser innovativer Geist passt perfekt zu der hiesigen Dynamik und dem rasanten technologischen Fortschritt in China. Mit unserem neuen Büro sprechen wir direkt die Menschen vor Ort an, die mit ihrer Arbeit einen wissenschaftlichen Durchbruch erreichen möchten.“ beschreibt WITec Mitgründer Dr. Joachim Koenen die Gründe für die Eröffnung der neuen Niederlassung.

Die kürzlich neu eingesetzte Regional-Direktorin für WITec‘s chinesischen Markt, Dr. Ding Shuo, erläutert: „Es ist sehr spannend die chinesischen Geschäfte für WITec zu koordinieren. WITec ist eine renommierte und zukunftsweisende deutsche Firma, die Spitzentechnologien rund um Raman und korrelative Mikroskopie entwickelt und produziert. Von WITec‘s Technologien und Erfahrungen werden chinesische Wissenschaftler von der Grundlagenforschung bis hin zur Industrie profitieren.“

Zusätzlich zu einem Doktorgrad in Physik und einem Master of Business Administration besitzt Dr. Ding Shuo jahrelange Erfahrung in der Mikroskop-Industrie. Die WITec Niederlassung in Peking ist im German Centre des Landmark Towers im Chaoyang Central Business District untergebracht.

 

 

Die Adresse der Niederlassung lautet:

WITec Beijing Representative Office
德国威泰克(WITec)北京代表处

北京市朝阳区东三环北路8号亮马河大厦1座507室
邮编:100004
Unit 507, Landmark Tower 1, 8 North Dongsanhuan Road, Beijing, PRC., 100004

phone: + 86 6590 0577
shuo.ding@witec-instruments.com

Pressemitteilung auf Deutsch (386 KB)
Pressemitteilung auf Englisch (376 KB)
October 2016

Konferenz-Rückblick: 13. Symposium über Konfokales Raman Imaging

Group Picture of the Symposium Attendees.

„Eines der informativsten und interaktivsten Symposien der vergangenen Jahre.“ so das Fazit des WITec Geschäftsführers Joachim Koenen über das 13. Konfokale Raman Symposium, das vom 26. bis 28. September 2016 in Ulm stattfand. Auf Einladung des deutschen Mikroskop-Herstellers WITec treffen sich zu der internationalen Konferenz jährlich Forschende unterschiedlicher Fachbereiche, um sich über die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse im Bereich der Raman Mikroskopie auszutauschen. In diesem Jahr fanden 78 Symposium-Teilnehmer zusammen und diskutierten Themen aus den Bereichen Life Science, Pharmazie und Materialwissenschaften.

Mit konfokalem Raman Imaging können die Moleküle einer Probe chemisch identifiziert und ihre Verteilung dreidimensional abgebildet  werden. Traditionell nutzen vor allem Physiker und Materialwissenschaftler die Raman Mikroskopie, seit einigen Jahren etabliert sich aber auch in der biowissenschaftlichen, medizinischen und pharmazeutischen Forschung. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Beiträgen zum Raman Symposium wieder: neben fünf Vorträgen kamen fast die Hälfte der Poster-Beiträge aus diesen Bereichen.
Auch ein Poster aus dem pharmazeutischen Bereich erhielt dieses Jahr den WITec Poster-Preis. Tatjana Lechtonen von der Ruhr Universität in Bochum freute sich über die Auszeichnung. Sie verwendet Raman Imaging zur Analyse von Krebs-Medikamenten. Auf ihrem Poster stellt sie Ergebnisse zur Zell-Antwort und Resistenz von Krebszellen auf Erlotinib und Neratinib vor. Sie glaubt, dass Raman Imaging ein großes Potential als in vitro Methode hat, um neue Krebsmedikamente zu evaluieren.
In der pharmazeutischen Forschung sei die Raman Mikroskopie eine relativ neue Methode und gehöre noch nicht zum Standardprogramm, betonte Dr. Duohai Pan von der Pharmafirma Bristol-Myers Squibb aus New Jersey (USA). Dennoch wird sie in seiner Firma bereits von prä-klinischen Toxikologie-Studien bis hin zur Entwicklung der Medikamenten-Zusammensetzung eingesetzt. Mit Hilfe der Raman Mikroskopie erhält Pan Informationen über Präzipitations- oder Kristallisations-Eigenschaften der Wirkstoffe und Hilfsmittel, die sich auf die Stabilität und Löslichkeit des Endprodukts auswirken können. Außerdem spielt die Identifizierung von Polymorphen für ihn eine wichtige Rolle, da sie trotz gleicher chemischer Zusammensetzung unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben können. Emulsionen, Pulver und sogar ganze Tabletten gehören zu den Proben, die Pan mit der Raman Mikroskopie untersucht.


Wie sie korrelative Raman-, Rasterfeld- und optische Nahfeld-Mikroskopie zur Untersuchung von Blutgefäßen und arteriosklerotischen Plaques nutzt, berichtete Prof. Dr. Malgorzata Baranska von der Jagiellonian Universität in Krakau (Polen). Die Forscherin und ihre Kollegen analysieren an Zellkultur-Modellen des Endotheliums und der Leber sowie an Gewebeproben, welche biochemischen Prozesse sich unter dem Einfluss von Stress oder pharmazeutischen Wirkstoffen verändern. Mit der Nahfeld-Mikroskopie stellen sie lebende Zellen im Nanometer-Maßstab dar. Die Ergebnisse der für diesen Forschungsbereich recht neuen Methoden vergleicht Baranska mit etablierten, histologischen Verfahren.
Dr. Christian Matthäus vom Institut für Photonische Technologien in Jena forscht ebenso an Arteriosklerose. In seinem Vortrag berichtet er über seine Arbeit an Makrophagen, die Lipide aufnehmen und speichern und maßgeblich an der Bildung der arteriosklerotischen Plaques beteiligt sind. Matthäus zeigte, dass sich Raman Mikroskopie hervorragend dafür eignet, Fettsäuren und Lipid-Transportproteine in den Makrophagen nachzuweisen. Anhand der Zusammensetzung der Plaques kann Matthäus Aussagen über das Risiko machen, das von ihnen ausgeht, denn nicht alle arteriosklerotischen Veränderungen führen zu Thrombose, Schlaganfall oder Herzinfarkt.

In den Materialwissenschaften spielt die konfokale, korrelative Raman-Mikroskopie schon länger wichtige Rolle bei der Entwicklungen neuer oder verbesserter Materialien. Die Vorträge und Postern aus den Materialwissenschaften erstreckten sich von Zement bis hin zu atomar dünnen 2D Materialien.
Zement ist ein seit Jahrhunderten bekannter Baustoff. Bei der Herstellung von Zement werden unzählige Rohstoffe verbraucht und es fallen große Mengen an CO2 an. Außerdem entstehen beim Abriss von Zementbauten Tonnen an Müll. Dr. Biliana Gasharova vom KIT in Karlsruhe hat sich zur Aufgabe gemacht, umweltfreundlichere und energieeffizientere Produktionsverfahren zu entwickeln. Dafür untersucht sie die Auswirkungen veränderter Produktionsbedingungen auf die Zusammensetzung der Zement-Phasen und deren Eigenschaften. Um die Phasen im Zement darzustellen und chemisch zu identifizieren verwendet sie konfokale Raman Mikroskopie. Damit kann sie unter anderem kristalline Strukturen und polymorphe Domänen unterscheiden und daraus Rückschlüsse auf deren Entstehung während der Produktion ziehen.
Ganz andere Materialien sind für die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Georg Duesberg am Trinity College in Dublin (Irland) interessant. Sie forscht an neuen 2D Materialien, die zukünftig in Solarzellen, Transistoren und elektronischen Geräten Einsatz finden sollen. 2D Materialien sind atomar dünne Schichten, die beispielsweise aus Nano-Kohlenstoff, Molybdändisulfid, Wolframdisulfid oder Platindiselenid bestehen. Duesberg und Kollegen untersuchen Herstellungsverfahren, die den Einsatz dieser Materialien in der industriellen Anwendung ermöglichen. Dabei ist es wichtig, Informationen über die Anzahl der atomaren Lagen, mögliche Defekte in den Schichten und die Leitfähigkeit des hergestellten Materials zu erhalten. Neben Mikroskopieverfahren wie Rasterkraftmikroskopie, Röntgenphotoelektronenspektroskopie und der Transmissionselektronenmikroskopie verwendet Duesberg vor allem die Raman Mikroskopie, die sich für diese Materialien gut eignet. Besonders Informationen, die Duesberg und Kollegen aus Raman Analyse im Bereich niedriger Wellenzahlen erhalten, sind für die Material-Charakterisierung interessant.
Aktuelle werden 2D Materialien weltweit intensiv untersucht. Ausschnitte aus ihrer Forschung an 2D Materialien beleuchteten Prof. Dr. Nedjam Bendiab vom Institut Néel/CNRS an der Universität Grenoble (Frankreich) und Prof. Dr. Marcos Pimenta von der Universität in Belo Horizonte (Brasilien). Bendiab stellte ihre Forschung an dem Nano-Kohlenstoff Graphen über Belastungen im Material, mechanische Resonanz und Ladungs- und Energie-Übertragung vor. Pimenta berichtet über seine Arbeit über atomare Strukturen und Anordnungen in unterschiedlichen 2D Materialien und vergleicht die Ergebnisse aus der Raman Spektroskopie mit den Ergebnissen aus theoretischen Simulationen.
Welche unterschiedlichen Anwendungsfelder die konfokale Raman Mikroskopie in den Materialwissenschaften sonst noch findet, resümierte Prof. Dr. Vladimir Shur von der Föderalen Ural Universität in Jekaterinburg (Russland).

Dass die Symposium Teilnehmer den Vorträgen unterschiedlichster Fachrichtungen folgen konnten, dafür sorgte Prof. Dr. Schlücker von der Universität Duisburg-Essen mit einer Auffrischung der physikalischen Prinzipien der Raman-Spektroskopie. Außerdem stellte er Beispiele aus seinem Spezialgebiet vor, der  Oberflächen-verstärkte Raman Spektroskopie (SERS). Am Ende seines Vortrags konnten die Teilnehmer ihr Wissen in einem interaktiven Quiz testen.
Dr. Johannes Ofner von der Technischen Universität in Wien (Österreich) erläuterte den Teilnehmern, wie man große Datenmengen, die in hyperspektralen Bildern enthalten sind, auswertet. Hyperspektrale Bilder beinhalten Informationen unterschiedlicher Mikroskopieverfahren wie Elektronenmikroskopie, Massenspektroskopie und Raman Mikroskopie. Anstatt jedes Bild einzeln auszuwerten, verwendet Ofner entsprechende Filter und Algorithmen um die Bilddaten gleichzeitig zu analysieren. Dies erleichtert die anschließende Interpretation der Ergebnisse.

Am Ende der Konferenz waren die Rückmeldungen der Konferenzteilnehmer durchweg positiv. Gomathy Sandhya Subramanian vom A*STAR Institut für Materialforschung in Singapur betonte: „Die Besonderheit beim Konfokalen Raman Imaging Symposium ist, dass man neben Fachexperten auch System-Experten trifft, von denen man eine Menge Tipps und Tricks bekommt, wie man die Raman Mikroskopie auf die eigenen Proben anwenden kann.“ Johannes Ofner von der TU Wien hob hervor: „Während wissenschaftlichem und sozialem Programm hat man Kontakt zu Forschern und WITec Mitarbeitern bekommen. Es war eine ideale Basis um Wissen und Erfahrungen auszutauschen.“

Das 14. Symposium für Konfokales Raman Imaging wird vom 25. – 27. September 2017 in Ulm stattfinden.

Unser Review-Video gibt einen schönen Einblick in die Highlights der Konferenz.

 

 

Press Release in English (135 KB)
Pressemitteilung auf Deutsch (136 KB)
Book of Abstracts (912 KB)
September 2016

New video: The Facts about Beam Delivery with Optical Fibers

WITec applications director Dr Tom Dieing answers the questions about optical fiber beam delivery and explains the method in a comprehensible way.

How does beam delivery via optical fibers work? Which advantages does the technology provide for Raman measurements?

Find the answers in the latest WITec video: https://www.youtube.com/watch?v=W5pQ5rj-ODk

 


 

June 2016

New product video: alpha300 access Raman microscope launched at Analytica 2016

Watch the video of the recent product launch of the alpha300 access: The new microscope for affordable high-end Raman spectroscopy and imaging and learn more about its pioneering functions, integrated technologies and continuous flexibility.

See the video here: https://youtu.be/u2FGKOTBeAM

 

May 2016

WITec für den Analytica Application Award 2016 nominiert

WITec AnalyticaApplicationsAward2016Kurznachrichten:

Analytica Application Award 2016 Feierlichkeiten, 10.Mai 2016:
Unsere alpha300 Mikroskop-Reihe wurde für den Analytica Application Award 2016 in der Kategorie Bio- und Pharma-Analytik nominiert. Das Bild zeigt den WITec Marketing Direktor Harald Fischer (rechts) mit der Nominierungs-Urkunde, einen Vertreter der Firma Miltenyi Biotec GmbH, die den Award gewonnen hat (Mitte) und Marc Platthaus, Chefredakteur der Laborpraxis (links) bei den Award-Feierlichkeiten. Danke an das Laborpraxis-Team für den gelungenen Abend.

May 2016

Neu- und Weiterentwicklungen bei Raman Mikroskopen von WITec

Das neue alpha300 access (rechts) und die nächste Generation der alpha300 Reihe (links).

Das deutsche Nanotechnologie-Unternehmen WITec kündigt die Markteinführung des neuen Raman Mikroskops alpha300 access an. Im gleichen Zug hat das Unternehmen seine seit vielen Jahren bewährte alpha300 Mikroskop-Reihe grundlegend modernisiert.

Zu WITecs‘ alpha300 Reihe gehören Mikroskope für Raman Spektroskopie und Imaging, Rasterkraft-Mikroskopie und Nahfeld-Mikroskopie. Das Baukastenprinzip der WITec Mikroskope ermöglicht es, unterschiedliche Techniken in einem Gerät vereinen. Zusätzliche Funktionen können jederzeit in die Geräte integriert werden. Durch die ausgeklügelten Analyse-Techniken und die hochwertigen Mikroskop-Komponenten zählt die alpha300 Reihe seit vielen Jahren zu den Spitzenprodukten auf dem Weltmarkt.

Das alpha300 access Mikroskop ist das neueste Mitglied der WITec alpha300 Familie. Das Einsteiger-Mikroskop für mikro-Raman Einzelpunkt-Analysen und Raman-Mapping erweitert WITec’s Produktpalette im unteren Preissegment. „Es war für uns bei der Entwicklung des alpha300 access wichtig, neben den Kosten auch die Qualität im Auge zu behalten.“ meint Dr. Joachim Koenen, WITec Geschäftsführer und Leiter Marketing & Vertrieb „Wir möchten den hohen Anforderungen unserer Kunden auch mit dem alpha300 access gerecht werden.“ Deswegen werden im alpha300 access die bewährten optischen Komponenten von WITec verwendet. „Das alpha300 access lässt sich, wie alle unsere Produkte, vollständig nachrüsten und erweitern.“ so Koenen „So bleiben unsere Kunden flexibel und können auf zukünftige Entwicklungen schnell reagieren.“

Durch die neueste, umfangreiche technische Überarbeitung der alpha300 Reihe hat WITec seine Bestseller noch flexibler, sensitiver und schneller gemacht. Neu-entwickelte Komponenten und integrierte Funktionen machen die Mikroskope leistungsstärker. „Wir haben unsere langjährige Erfahrung verwendet, um die alpha300 Reihe zu optimieren.“ erklärt Dr. Olaf Hollricher, WITec Geschäftsführer und Entwicklungsleiter „Dabei lag unser Aufmerksamkeit auf Qualität, Leistung, Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität.“

Zu den Neuerungen bei den WITec Mikroskopen gehören neuartige photonische Fasern mit einer hohen Lichtübertragungsrate. Die neu entwickelte UHTS Spektrometer-Reihe bietet, durch verschiedene Brennweiten und spektrale Bandbreiten, optimierte spektroskopische Systeme für unterschiedliche Anwendungen. Zusammen mit der breiten Produktpalette an Anregungslasern und CCD-Kameras kann WITec nun noch besser auf kundenspezifische Anforderungen eingehen.

Mit den Neu- und Weiterentwicklungen ihrer Mikroskope erhofft sich WITec eine hohe Resonanz sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden. Beide Neuheiten werden am WITec Messestand auf der Analytica 2016, der Internationalen Leitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie vom 10.- 13. Mai in München, vorgestellt.

Pressemitteilung auf Deutsch (409 KB)
May 2016

RISE Korrelative Raman-REM-Mikroskopie jetzt mit ZEISS Elektronenmikroskop

Die preisgekrönte, von WITec entwickelte RISE-Technologie für korrelative Raman-Elektronenmikroskopie ist jetzt für das ZEISS MERLIN Rasterlektronenmikroskop erhältlich. Das neue Hybridsystem ist eine gemeinsame Entwicklung der beiden deutschen Mikroskophersteller, ausgewiesene Experten in Sachen Raman-Spektroskopie und Ultrustrukturanalyse. Dieses Gerät mit hochwertigen, ausgereiften Systemkomponenten kann für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Nanotechnologie, Lebens- und Geowissenschaften, Pharmazie, Materialforschung etc. von Nutzen sein. Das erste WITec-ZEISS-System wird derzeit bei einer der größten Forschungseinrichtungen Südkoreas installiert.

Korrelative Mikroskopie bezeichnet die Kombination zweier bildgebender Techniken. RISE-Mikroskopie verbindet konfokale Raman-Mikroskopie und Rasterelektronenmikroskopie (REM), wobei beide Techniken in einem Gerät installiert sind.

Raman-Mikroskopie ist die perfekte Ergänzung zu REM: mittels der markierungs- und zerstörungsfreien Raman-Analyse lassen sich die Moleküle einer Probe identifizieren, während REM die Oberflächenstruktur der Probe darstellt. REM wird zwar häufig mit EDX (Energie-dispersiver Röntgenspektroskopie) kombiniert, doch kann man mit EDX lediglich die Elemente einer Probe identifizieren, nicht aber deren molekularen Verbindungen.

Ziel der Integration beider Technologien in ein Gerät war es, die Messungen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dazu wurden das für die Raman-Mikroskopie erforderliche Objektiv und ein Probentisch in die Vakuumkammer des REM platziert, so dass die Probe während der gesamten Messung im Vakuum bleiben kann. Software-gesteuert wird sie mittels des Tisches zwischen den beiden Messplätzen hin- und her bewegt.

"Wir freuen uns, dass dank der Kooperation mit ZEISS für REM-Spezialisten mehr Optionen zur Verfügung stehen, die vielfältigen Möglichkeiten der Raman-Mikroskopie zu nutzen“, sagt Philippe Ayasse, Produktmanager für RISE-Mikroskopie.

„Wir glauben, dass korrelative RISE-Mikroskopie in vielerlei Hinsicht neue und nützliche Erkenntnisse liefern wird, denn das integrierte Instrument ist gegenüber den einzelnen, obwohl schon hervorragenden Mikroskopen ein bedeutender Fortschritt“, sagt Dr. Olaf Hollricher, Geschäftsführer und Entwicklungsleiter bei WITec.   

Das kombinierte System enthält sämtliche Funktionen und Eigenschaften eines ZEISS REM und eines WITec konfokalen Raman-Mikroskops. Beide Techniken liefern hochaufgelöste Bilder. Im Raman-Modus kann eine Fläche von 250 x 250 x 250 µm3 abgebildet werden. Die Software steuert den Wechsel zwischen Raman- und Elektronenmikroskopie, die Umwandlung der Raman-Spektren in Bilder und die Überlagerung der Raman- und REM-Bilder zu einem RISE-Bild. RISE-Mikroskopie vereint Bedienerfreundlichkeit mit hervorragender Bildgebung und ist daher für viele Anwendungsbereiche wie Nanotechnologie, Materialforschung, Lebens- und Geowissenschaften interessant.

March 2016

Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt besucht WITec

MdB Ronja Schmitt (Mitte) mit Dr. Joachim Koenen (links) und Dr. Olaf Hollricher (rechts) während ihres Besuchs bei WITec.

Diesen Mittwoch besuchte Ronja Schmitt, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Ulm, die Firma WITec GmbH. Im Rahmen eines Rundgangs durch das Ulmer Wissenschafts- und Innovations-Areal „Science Park“ am oberen Eselsberg informierte sich Schmitt über die aktuellen Entwicklungen in dem Nanotechnologie-Unternehmen.

WITec Firmengründer und Geschäftsführer Dr. Olaf Hollricher und Dr. Joachim Koenen führten die Bundestagsabgeordnete zusammen mit Ulrike Hudelmaier, Geschäftsführerin des Gründer-und Technologiezentrums der Region Ulm/Neu-Ulm, durch die Räumlichkeiten und stellten die neuesten Produktentwicklungen im Bereich nano-analytischer Mikroskopsysteme vor. Bei einer kurzen Gerätedemonstration konnte sich Schmitt anschließend selbst ein Bild von den WITec Mikroskopen machen. Beeindruckt von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Geräte in Forschung und Entwicklung hob Schmitt die Bedeutung innovativer Unternehmen für den Science Park und damit auch für den Wirtschaftsstandort Ulm hervor.

March 2016

WITec Paper Award 2016 für herausragende Wissenschaft

Aus fast 100 Bewerbungen für den WITec Paper Award 2016 wählten die Juroren die besten drei Publikationen aus: sie dokumentieren, wie sich mit Hilfe korrelativer Mikroskopie die Informationen über die chemische wie strukturelle Zusammensetzung eines Materials zu einem umfassenden Bild zusammenfügen. Der von der Firma WITec GmbH alljährlich verliehene Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen aus, sofern im Rahmen der experimentellen Arbeiten ein WITec-Gerät verwendet und die Arbeit im Jahr 2015 veröffentlicht wurde. Zu den Auswahlkriterien gehörten die Bedeutung der Arbeit für die Wissenschaft und die Originalität der verwendeten Techniken.

Der Paper Award in Gold geht an Admir Masic (re. im Bild) vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (Potsdam, Deutschland) und James Weaver (Mitte) von der Harvard Universität (Cambridge, USA) für die mikroskopische Analyse der Zähne des roten Seeigels. Dessen messerscharfe, extrem harte und lebenslang nachwachsende Beißwerkzeuge gelten seit Jahren als Modell für Biomineralisierung. Zur Analyse der molekularen und elementaren Zusammensetzung der Zähne setzten die Forscher konfokale Raman-Mikroskopie und und energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX) ein. Die Rasterlelektronenmikroskopie (REM) verwendeten sie zur hochauflösenden Strukturdarstellung. Chemische und strukturelle Daten bzw. Bilder ließen sich perfekt korrelieren: der härteste Teil der T-förmigen, aus Calciumcarbonat (Calcit) bestehenden Zähne enthält den höchsten Anteil Magnesium, während sich in ihrem Innersten am wenigsten Magnesium und vor allem organisches Material befindet. Sie schließen ihren Bericht mit dem Fazit: „Der korrelative Raman-SEM/EDX Ansatz zeigt bemerkenswertes Potential für die Charakterisierung komplexen, biologischen Materials, er erlaubt die Erfassung komplementärer Informationen über strukturelle Komplexität, elementare Zusammensetzung und chemische Verbindungen. Ein „alles-in-einem“ Raman-SEM-Gerät könnte daher diese Vorgehensweise zur Methode der Wahl für die Hochdurchsatz-‚Synchrotron-freie‘ Charakterisierung biologischen Materials machen“. Ein solches integriertes Mikroskop für Raman Imaging und Scanning Electron (RISE) Mikroskopie hat WITec bereits im Herbst 2014 auf den Markt gebracht. WItec-Mitarbeiter Tavis Ezell (li.) überreicht den Preis.

Den Paper Award in Silber holten sich Fernando Rubio-Marcos, Adolfo Del Campo, Pascal Marchet und Jose Fernández vom Institut für Keramik (Madrid, Spanien). Sie analysierten Bariumtitanat (BaTiO3), ein ferroelektrisches Material, das vielfach in Elektrokeramiken verwendet wird, und fanden überraschend heraus, dass sich die Domänenwände des Materials durch polarisiertes Licht verändern lassen. Den Effekt wiesen sie durch Raman-Mikroskopie nach. Dieses durch Licht stimulierbare Verhalten könne technische verwendet werden, etwa zur Entwicklung von Datenspeichern, die sich berührungsfrei auslesen lassen, oder zur Entwicklung ferngesteuerter Piezoaktuaturen, glauben die Forscher.

Der WITec Paper Award in Bronze geht an die Arbeitsgruppe von Jeongyong Kim von der Sungkyunkwan Universität (Südkorea) für den Nachweis winzigster Fehler in einzelnen Lagen von Molybdändisulfid (MoS2) mit Hilfe von konfokaler Raman-Mikroskopie, hochauflösender optischer Nahfeld-Mikroskopie (Scanning Optical Near-field Microscopy, SNOM) und Elektronenmikroskopie. Defekte lassen sich prinzipiell anhand ihrer Photolumineszenz (PL) aufspüren. Doch die kleinsten, nur 20 Nanometer strukturellen Defekte ließen sich mit einem konventionellen, konfokalen Raman-Mikroskop nicht darstellen, dafür war ein WITec-SNOM nötig, mit dem man gleichzeitig hochauflösende optische wie auch Raman-Bilder aufnehmen kann. Dünnes MoS2 ist ein sogenanntes zweidimensionales Material mit den Eigenschaften eines Halbleiters. Da die optischen und elektrischen Eigenschaften von Halbleitern sehr von Defekten und Korngrenzen beeinträchtigt werden, ist deren Nachweis von großer Bedeutung.

 

Die Gewinner-Veröffentlichungen des WITec Paper Award 2016

Admir Masic und James Weaver: Large area sub-micron chemical imaging of magnesium in sea urchin teeth. J. Struct. Biol. 2015, 189: 269.

Fernando Rubio-Marcos, Adolfo Del Campo, Pascal Marchet und Jose F. Fernández: Ferrolectric domain wall motion induced by polarized light. Nature Communications 2015, 6: 6594.

Yongjun Lee, Seki park, Hyun Kim, Gang Hee Han, Young Hee Lee und Jeongyong Kim: Charakterization of the structural defects in CVD-grown monolayered MoS2 using near-field photoluminescence imaging. Nanoscale 2015, 7: 11909